Russia´s got Tell(ent)
Donnerstag, 19. November 2009 21:42
Zur Zeit läuft ja auf RTL auch hierzulande die quietschbunte Casting-Show “Das Supertalent”, bei der keiner so genau weiß, worum es eigentlich geht. Andererseits hat das Format als Sammelbecken für gescheiterte DSDS Kandidaten, Menschen mit gänzlich unnützen Talenten und armen Schweinen, die irgendeine Wette verloren haben und sich nun vor der ganzen Nation zum Affen machen müssen, vielleicht ja auch eine Daseinsberechtigung.
Ich muss zugeben, auch ich habe dieses Jahr den ein oder anderen Moment dieser Unterhaltungssendung (ich glaube, Hans Rosenthal hat sich gerade im Grabe rumgedreht) gesehen. Ich bezeichne mich allerdings nicht als großen Fan, was zu gleichen Teilen an den schrecklichen Kandidaten, wie an der kaum besseren Jury lieg. Der Bundesdieter, der Sarotti Mohr Bruce Darnell und Tante Antje sind nicht so mein Fall.
Seit ich aber diesen Clip der russischen Version der Sendung gesehen habe, bin ich schockiert, dass man das deutsche Publikum mit einer derart schlechten Kulisse und langweiligen Auftritten quält. In Russland geht in einem Hochglanz-Studio aber so richtig die Post ab:
Jetzt frage ich mich nur, was mich mehr schockt. Die Tatsache, dass sowas dort tatsächlich im Fernsehen gezeigt wird oder meine Einschätzung, dass Dieter Bohlen die beiden wahrscheinlich hätte weiterkommen lassen.
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Also…Respekt! Ich würde eine Menge Geld zahlen, um diese Show zu sehen. Für diese Show müsste man natürlich auch eine Menge Geld NEHMEN, wenn man mal so vom Schwund der Mitwirkenden ausgeht. Aber nun, alles im Sinne der Unterhaltung.
Rein dramaturgisch machen die beiden vieles richtig, da kann man über handwerkliche “Ungenauigkeiten” auch mal hinweg sehen. Um das kurz zu erläutern möchte ich hier Friedrich Dürrenmatt aus seinen 21 Punkten zu den Physikern zitieren:
- Eine Geschichte ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat. (Ich denke niemand wird mir widersprechen, wenn ich behaupte den Punkt haben sie zu 100% erfüllt)
- Die schlimmstmögliche Wendung ist nicht voraussehbar. Sie tritt durch Zufall ein. (Das ist diskussionswürdig. Ich hatte z.B. kurz den Gedanken “der schießt dem gleich in den Kopp”. Aber ich habe dauernd grausame Fantasien, vielleicht sollte ich mich mal als Dramaturgin versuchen)
- Planmäßig vorgehende Menschen wollen ein bestimmtes Ziel erreichen. Der Zufall trifft sie dann am Schlimmsten, wenn sie durch ihn das Gegenteil ihres Ziels erreichen: Das, was sie befürchteten, bzw. was sie zu vermeiden suchten (z.B. Ödipus) (Letzteres erfüllt, ersteres fraglich. So sehr planmäßig kam mir das Vorspiel zum Höhepunkt nicht vor)
Insofern muss ich sagen, hätte ich die beiden auch weiterkommen lassen.
Thema: Allgemeines, Anderes, Dies & Das, Generelles, Globales, Sonstiges, Und überhaupt | Kommentare (0) | Autor: admin
Oh, ja. Wirklich ein großes Glück, dass Tim kein bißchen wehleidig ist wenn er hustend und schniefend auf der Couch liegt. Ich mein, es sind doch schließlich die Details die den Unterschied ausmachen. Zum Beispiel die Tatsache dass Tim seit Ausbrechen der Erkältung nur 499 und nicht 500 Mal erwähnt hat, dass er krank ist. Immerhin könnte ich es ja auch tatsächlich vergessen zwischendurch. Und erst bei der 500. Erwähnung würde mir eventuell ein: “Ja, ich weiß dass du krank bist…ich kämpfe mich jeden Abend durch einen Berg von Rotzfahnen/schlafe seit fünf Nächten wegen deiner Hustenanfälle nicht mehr durch” auf den Lippen liegen.



