Schnappschuss

Freitag, 2. Dezember 2011 23:18

Mal sehen, vielleicht markiert das hier ja die Wiederbelebung von Gemischtes Doppel. Erstmal hab ich unser Blog aber nur dafür missbraucht, dieses Kunstwerk geeignet darzustellen. Have fun:

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Gestatten, kinderfeindliche Kapitalistin.

Freitag, 11. März 2011 13:47

Beim Ausmisten meines Kinder- und Jugendzimmers zwecks Renovierung, bin ich auf einen Praktikumsbericht von mir aus dem Jahr 1995 gestoßen. Ich war damals schon Fan der Prokrastination, ohne den Begriff zu kennen, und habe mich dementsprechend nicht rechtzeitig um einen Praktikumsplatz gekümmert der etwas mit meinem Berufswunsch Journalistin zu tun gehabt hätte. Stattdessen bin ich im Kindergarten gelandet, den ich selbst früher besucht habe. Es folgen Eindrücke einer 14-jährigen vom Alltag als Erzieherin – von mir zunächst unkommentiert, das übernimmt ja Tim.

Es wird im Praktikumsbericht unter anderem abgefragt, welche besonderen sozialen Fähigkeiten der Beruf des Erziehers verlangt. Das wären dann meiner Meinung nach:

Jemandem zuhören können: Haken

Kontaktfähigkeit: Haken

Andere überzeugen können: kein Haken

Sicheres Auftreten: Haken

Rücksicht nehmen: Haken

Selbst hinzugefügt:

Trösten: Haken

Auf den Scho nehmen: Haken

Aufmerksam sein: kein Haken

Auswertung des Praktikums in eigenen Worten:

Meine Freizeit hat sich während des Praktikums etwas verringert, weil ich jeden Tag bis 16 Uhr im Kindergarten war. Während des Praktikums hatte ich keine Schwierigkeiten. Die Vorgesetzten und Kollegen waren sehr nett und ich musste keine schwierigen Aufgaben machen. Ich habe mir das Praktikum nicht besonders anders vorgestellt, aber mein Berufswunsch hat sich nicht geändert. Ich kann mir kaum vorstellen, weitere 5 Jahre im Kindergarten zu arbeiten, weil 1. die Bezahlung nicht besonders hoch ist und 2. die Kinder manchmal genervt haben. Trotzdem hat das Praktikum viel Spaß gemacht.

Das freut mich Das ärgert mich
Das Praktikum war etwas Abwechslung vom Schulalltag. Die Vorgesetzten und Kinder waren sehr nett. Die Arbeit mit den Kindern war manchmal etwas streßig. Als ich nach Hause kam, war ich manchmal etwas müde.

Kritik:
Vier Praktikumsberichte waren etwas viel. Weil meine Tage meist sehr gleich waren, konnte ich nie viel Neues schreiben.

Bericht vom 11. 10. 1995

Heute war mein letzter Praktikumstag. Er hat wie immer um 8.00 Uhr begonnen. Ich habe mich als erstes zu den Kindern am Maltisch gesetzt. Als es dort etwas voll wurde, habe ich mich zu den Kindern am Knettisch gesetzt. Nach einiger Zeit fragte mich Vanessa, ob ich ein Puzzle mit ihr legen würde. Also half ich ihr bei manchen Puzzles. Danach bastelte ich ein paar Papierdrachen für einige Kinder. Von ca. 10:00 Uhr bis 10:45 Uhr wurde gefrühstückt. Ich schüttete den Kindern Milch ein. Um ca. 10:45 Uhr zogen sich die Kinder die Jacken an und wir gingen raus. Draußen habe ich beschlossen die Kinder bei den Schaukeln anzuschubsen und habe teilweise auf sie aufgepaßt. Um ca. 11:30 Uhr sind wir wieder rein gegangen. Die Kinder zogen sich die Jacken an aus und wir bildeten einen Sitzkreis. Frau Schaaf ging herum und zeigte den Kindern ein Bilderbuch über das Brot. Als sie damit fertig war, spielten die Kinder einige Spiele und gegen 12 hr kamen auch schon die ersten Eltern um ihre Kinder abzuholen. Um 12:30 Uhr waren alle Kinder weg und ich machte Mittagspause.

Um 14:00 Uhr war meine Mittagspause zu Ende. Heute war Vorschule. Frau Schaaf gab den Vorschulkindern ein Blatt auf dem Bilder von der Entstehung eines Brotes in Bildern beschrieben waren. Die Kinder mußten die Bilder ordnen und später ausmalen. Ich paßte auf, dass sie die richtige Reihenfolge einhielten und die Bilder in den richtigen Farben ausmalten. Bis 16:00 Uhr waren alle Kinder damit fertig und wurden abgeholt. Um diese Zeit war mein letzter Praktikumstag zu Ende.

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Ach ja, Schülerpraktika. Ich selber habe ja nie eins mitgemacht, weil die an meiner Schule nur in der 11. Klasse durchgeführt wurden. Um das zu umgehen bin ich einfach ein Jahr in die Staaten geflüchtet! Die Ausbeutung als kostenlose Arbeitskraft habe ich dann einfach nach dem Studium nachgeholt.

Trotzdem habe ich auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis nie großartig positives über diese “Ausflüge in die Berufswelt” gehört. Denn so schön das in der Theorie ja klingen mag, die Praxis sieht dann doch wohl eher so aus, wie von meiner besseren Hälfte beschrieben:

Trotzige Halbwüchsige, mit wenig bis gar keinem Interesse an der im Praktikum ausgeübten Tätigkeit, behindern die eh schon zweifelhaft motivierten Vollzeitkräfte an der Ausübung Ihrer Arbeit! Da lob ich mir doch wenigstens die Ehrlichkeit meiner Frau, die sich über nervende Kinder, Arbeitszeiten bis 16 Uhr und den Aufwand der Anfertigung von vier (!) Praktikumsberichten ärgert, an denen unser Copy & Paste Ex-Minister seine helle Freude gehabt hätte!

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Zu Tode zuvorkommend sein

Freitag, 25. Februar 2011 22:24

Es gibt in Partnerschaften ja diverse Fallstricke. Bei Tim und mir ist das sehr wörtlich zu nehmen, nachts stolpere ich regelmäßig über’s Laptop-Kabel, seine Pantoffeln, etc. (ok, ein etc. gibt es in dem Fall nicht, aber es liest sich immer schöner). Ich möchte heute aber eher auf einen kommunikativen Fallstrick hinaus: Wenn einer den anderen um etwas bittet, worauf der andere keinen Bock hat.

Das läuft folgendermaßen ab:

Person A (zum Beispiel ich) fragt Person B (zum Beispiel Tim) ob sie ihr einen Gefallen tun kann. Person B hat da aber keinen Bock drauf und dummerweise auch noch einigermaßen verständliche Argumente. Aber dennoch, denkt sich Person A, wäre einfach irgendwie NETT gewesen. Person A legt dann noch kurz dar, welchen Vorteil ihr der Gefallen gebracht hätte, will aber gleichzeitig schon einlenken…und da passiert’s – Person B gibt hörbar genervt nach: “Ja, ooookaaaaaayyyy.” Person A: “Nee, ist schon in Ordnung.” Darauf Person B (noch genervter): “Was denn, wieso willste das denn jetzt nicht mehr, ich sag doch ich mach das.” Person A (unter Umständen auch leicht genervt): “Ist doch ok, hast doch recht, macht ja wirklich keinen Sinn.” “Ok”. “Ok”. Stille. “Bis nachher”…”Ja, bis nachher”. Auflegen. Ungutes Gefühl. Bei beiden.

Was passiert da? Ein falsches Verständnis von gelebter Liebe passiert da meiner Meinung nach. Person B – ok, Tim, wat soll der Scheiß – denkt in dem Fall an irgendeinem Punkt, dass es ehepolitisch aber korrekt sei, mir den Gefallen doch zu tun. Das ist natürlich, sofern der Gefallen nicht von sonstwasfürner Bedeutung ist, sondern eher der Faulheit von Person A – hier bleibt’s bei Person A – zu Pass kommen würde, absoluter Unsinn.

Insofern ist der Fallstrick eigentlich ziemlich einfach aus der Welt geschafft. Öfter mal ein Arschloch sein…egal wie sehr Person A – immer noch ausdrücklich Person A – jammert und bettelt!

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Moooooment mal, Person A. Dein Beispiel erscheint mir geschönt, das läuft in der Realität doch eher anders ab:

Ein kleines…großes…prunkvolles Schlafgemach in Oberhausen, die Uhr zeigt 22:00.
Während sich Person A seit gefühlten 4 Stunden im Bad schlaffertig macht, hat sich Person B nach einem langen, anstrengenden Tag  bereits unter die Decke gekuschelt, ruht seine geschundenen Knochen aus und freut sich in Gedanken schon auf den wohlverdienten und erholsamen Schlaf.

Schon halb im Reich der Träume und endlich aufgewärmt freut sich Frostbeule B, dass Prinzessin A endlich auch ins Schlafzimmer kommt, sich noch 30 Minuten umzieht und sich schlussendlich auch ins Bett legt…

…nur um gleich darauf zu sagen:

“Och nööööö…..”(hmpf)

Person B (ein wenig irritiert und erschrocken)
“Was ist den los, Schatz?”

Faulpelz A (seufzt verzweifelt)
“Hmmm…..ich hab vergessen, das Fenster aufzumachen / mir ein Glas Wasser zu holen / das Licht in der Küche auszumachen!” (Achtung, in dieser Aussage versteckt sich der oben angesprochene Gefallen, bzw. die Bitte um diesen!)

Stille, theatralischer Augenaufschlag Person A, irritierter Blick Person B…

Person A (säuselt)
“Könntest du nicht vielleicht….”

Person B (entrüstet)
“Nee! Nee! ……… Nein! Ernsthaft nicht! Du hast bis vor 2 Sekunden noch gestanden und fragst mich jetzt? Nein. Wirklich nicht! Auf keinen Fall!”

Was folgt ist das perfide “Schlechte Gewissen machen” gepaart mit dem “Bitte, bitte”-Augenaufschlag (beides Dinge, die nur Frauen beherrschen), bzw. Person Bs Versuch, logisch zu erklären, warum dieser “Gefallen” doch nicht Person As Ernst sein kann (etwas, von dem Männer nie verstehen werden, warum Frauen das total egal ist).
Irgendwann ist Person B dann soweit  entnervt dem Bitten nachzugeben, nur um dann erstaunt festzustellen, dass Person A entweder kein Interesse mehr am Gefallen hat, oder sich mit bösem Blick selber auf den Weg gemacht hat.

Person B fühlt sich verarscht.

Wie man das alles verhindern kann? Einfach mal direkt selber seinen Kram erledigen :)

Achtung, dieser Beitrag kann Spuren von Ironie oder Nüssen enthalten.

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Ententanz

Montag, 7. Februar 2011 14:26

Am Wochenende waren wir im Kino (->Achtung, hinter diesem Link versteckt sich Werbung für ein tolles Kino!) und haben uns “Black Swan” angeschaut.
Nachdem ich in den letzten Tagen immer wieder gehört habe, dass das ja “der beste Film seit Jahren” sei, absolut “sehenswert” und ja auch “eigentlich gar nicht soviel mit Ballett zu tun habe”, hab ich mich dann doch überreden lassen. Eigentlich wollte ich den Film nämlich gar nicht sehen (zumindest nicht im Kino).

Um eins vorne weg zu nehmen: in meinen Augen ist Black Swan nicht “der beste Film seit Jahren”, bedingt “sehenswert” und “hat jede Menge mit Ballett zu tun”. Außerdem tritt im ganzen Film nicht ein Schwan auf. Enttäuschend!
Dafür jede Menge Ballerinas und Ballermänner, die in zu engen Hosen von links nach rechts und hoch und runter “tanzen”. Und ich mein hier nicht coole John Travolta – Moves, sondern Trippelschritte, Pliés, Pas und Pirouetten (danke Ballett-World für die Fachtermini). Find ich total öde! Da konnten mich die zwei, drei Lesbenszenen auch nicht drüber wegtrösten.

Positiv sei zu erwähnen, dass die Grundidee des Films nett ist und die Bilder, sowie die gesamte Athmosphäre des Films stimmig sind.  Allerdings ist das für mich, neben der Ballett-Thematik, auch der größte Kritikpunkt am Film: mitunter hatte ich das Gefühl, man legt mehr Wert auf die Bilder als auf die Story, die stellenweise doch etwas flach und unglaubwürdig bleibt. Vielleicht ist aber auch das ganze Ballett-Milleu eher flach und unglaubwürdig – ich hab da ja keine Ahnung. Jedenfalls hätte man aus der an sich guten Idee in meinen Augen mehr machen können.

Wer übrigens jetzt neugierig ist, aber keine 2 Stunden und 8 Euro investieren will – dieses schöne SNL-Video fasst den Film in aller Kürze zusammen:

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Ich mag Ballett. Ich wollte, als in den 80er Jahren die Serie Anna im ZDF lief, UNBEDINGT Ballerina werden. Außerdem wollte ich noch UNBEDINGT Geige spielen und UNBEDINGT Reiten. Aus mir hätte der ultimative Kultur-Nerd werden können, aber wo haben mich meine Eltern hin gepackt? In den Schwimmverein. Wenn der Film zu dem ich hier nun meine Kritik abgeben soll, ‘Black Badekappe’ heißen würde, täte diese durchaus technisch fundierter ausfallen. So müsst ihr euch mit sehr subjektiven Eindrücken der Kiki L. zufrieden geben.

‘Black Swan’ ist für mich seit langem mal wieder ein Psycho-Thriller im eigentlichen Sinne des Genres. Dominierten in den letzten Jahren plumpe Schock-Effekte und ein regelrechter Contest darum, den mindfuckigsten Twist am Ende des Films einzubauen, ist ‘Black Swan’ im Gegensatz dazu ziemlich klassisch aufgebaut. Ohne ständig nachzugrübeln, wo denn nun noch die Super-Überraschung passieren könnte, war ich in der Lage, Stimmung, Bilder, Schauspiel und Tanz zu genießen. Und in meinen Augen waren alle drei Punkte in ‘Black Swan’ überdurchschnittlich gut gemacht. Der Schwanensee war so düster umgesetzt, dass ich die ganze Zeit dachte “Woohoo, selbst an den Ballett-Szenen wird Tim nix zu meckern haben, weil die so cool sind”. Soviel dazu.

Die Geschichte mag keine sonderlich neue gewesen sein, aber selten konnte ich mich bisher in einen Film-Charakter der mir selbst nur bedingt entspricht, so gut hinein versetzen. Besonders die Szenen mit Ninas Mutter waren oft richtig beklemmend, Schmerzen die sich die Figuren gegenseitig zufügten, haben ein unangenehmes Gefühl in mir hervor gerufen. Das Ende hat mich, obwohl ich es lang vorhergesehen hatte, ordentlich berührt. Weil es so konsequent das Thema das Films zu Ende gebracht hat…und nicht durch irgendeinen dummen Umstand noch ein Happy end herbei geführt hab.

Auch wenn es auf den ersten Blick voll vom Thema abweicht, musste ich nach dem Kinobesuch an ‘He-Man’ denken. Da war ich als Kind immer sauer, wenn zum Schluss He-Mans Truppe noch gewonnen hat, auch wenn sie sich die ganze Zeit dämlich angestellt hat, und rein nach Einsatz, Fleiß und Kreativität Skeletor der Sieger hätte sein müssen. Einfach nach dem Motto: Das Gute siegt immer. So ist es aber nicht, und in der Erzählweise war ‘He-Man’ absolut unkonsequent. Ich würde sagen, die meisten Filme, Serien, etc. sind das. ‘Black Swan’ war konsequent, über die gesamte Erzählstrecke hinweg, das Böse hat auf beiden Ebenen des Films gewonnen. Ich persönlich kann nur sagen: endlich mal!

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Wegen einem sonem Spassel – die Zweite

Freitag, 4. Februar 2011 13:35

Da hat sich aber zügig ein weiterer Spassel hervor getan. Diesmal sogar einer von internationalem Format. Einer mit ‘ner Menge Sitzfleisch…über den wir früher in der Schule eine Zeit lang Kuh-/Baracken-Witze gerissen haben. Wie so oft bei Regierungschefs die eine absurd lange Zeit an der Macht sind, habe ich mich auch hier wieder ein wenig gewundert, dass es tatsächlich noch DER Mubarak ist der in Ägypten regiert und nicht ein gänzlich anderer Mensch, der einfach auch Mubarak heißt. Weil in Ägypten eigentlich nur die Nachnamen Mubarak und Nofretete existieren. So naiv und vorurteilsschwer geht es manchmal in meinem Kopf zu.

So, legen wir los:

Wer hat zu leiden:

Ausgerechnet die gebildete, junge Generation Ägyptens. Das sollte nicht so sein. Gute Noten müssen belohnt werden.

Wer ist Schuld:

Der Husni von nebenan, der Mubarak aus der Kuh-Barack (ich glaube so auf dem Niveau haben sich die Witze damals bewegt, auch wenn ich mich nicht mehr 100%ig erinnern kann). Ich frage mich ja, wieso der so krankhaft an seinem Präsidenten-Posten festhält. Dem Gesichtsausdruck der sich im im Laufe der Zeit in die Backen gebrannt hat nach zu urteilen, kann der soooooo happy doch nicht sein.

Was kann man machen?

Ägypten ist ja grundsätzlich kein unbeliebtes Land. Also kann er nicht alles völlig falsch  gemacht haben in den letzten 30 (!) Jahren. Deshalb mein Tipp: baut dem Hosni eine Pyramide. Der Clou – er wird von vornherein in die Pyramide verbaut. Er hat sein Denkmal, wir haben unsere Ruhe. Außerdem schafft es Arbeitsplätze und eine neue Touristenattraktion. Ich bin mal wieder begeistert von mir, wieso bin ich eigentlich noch nicht in ein hohes politisches Amt gehoben worden?

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Tja, da rächt es sich mal wieder, dass ich manchmal einfach ignorant gegenüber Weltgeschehen bin. Ich verbinde mit Ägypten nur Pyramiden, Kamele und Teppiche. Shishas vielleicht noch. Hätte man mich vor 2 Jahren gefragt, wer da gerade an der Macht ist, hätte ich auf irgendeinen Scheich oder Pharao getippt.

Was kann ich also zum Thema beitragen? Nicht viel….eigentlich gar nix. Aber ich unterstütze das ägyptische Volk! Ich hatte beruflich mal mit Ägyptern zu tun. Die waren nett und hatten nen lustigen Akzent, wenn Sie Englisch gesprochen haben!

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*Ohne Worte*

Donnerstag, 13. Januar 2011 17:14

GD_TimEs gibt immer wieder Momente in meinem Leben, die mich sprachlos machen. Zugegeben: es sind nicht viele, umso erstaunlicher wenn ich wegen etwas minutenlang nach Worten ringe. So geschehen, als ich heute zufällig auf Facebook den Link zu folgendem Video entdeckte:

Gut, im ersten Moment dachte ich “Mmmmhhh…welch cleverer Schachzug! Da will einer der bayrischen Splittergruppe was Böses und stellt in deren Namen dieses “Kunstwerk” online, um die CSU der Lächerlichkeit preiszugeben” Reversed Psychology quasi, oder so.

Was habe ich Bauklötze gestaunt als ich – dank netzpolitik.org – rausgefunden habe, dass das Ding tatsächlich groß auf der Homepage der CSU prangt (noch jedenfalls). Und dann begann mein großes Schweigen, ausgelöst durch eine ganze Reihe von Gedanken. Hier nur mal eine Auswahl:

  • “Ähhh……aber…….wie……..warum……WAS?”
  • “Die können doch nicht……das ist doch…….mal ernsthaft……”
  • “Wer hat denn das gezeichnet, bitte?”
  • “Wer “singt” denn da bitte?”
  • “Wat fürn Pöt das geschrieben haben muss. Scheiß auf Reimschema! Hauptsache die Botschaft kommt an!”
  • “Was haben die Grünen eigentlich mit Chinesischen Reisbauern zu tun?”
  • “Wieso hat der arme Reisbauer plötzlich ne Sirene aufm Kopp?”

Jetzt mal ernsthaft, liebe Christlich-Soziale Union: nicht nur, dass das Beleidigen und Diffamieren anderer Menschen generell nicht sonderlich “christlich” ist: in diesem Fall ist das sogar ganz gründlich nach hinten losgegangen! Wenn sogar Eure eigenen Mitglieder gegen diese Kampagne auf die Barrikaden gehen (und sie scheinen ja sonst ziemlich schmerzfrei zu sein, wenn ich mir mal anschaue, wer bei Euch da unten was zu sagen hat), sie als “primitiv, unwürdig, und grenzdebilen Unsinn” bezeichnen und sich “fast schon beim politischen Gegner” entschuldigen wollen – gibt Euch das gar nicht zu denken?

Aber vielleicht erwarte ich da auch ein bisschen viel von einer Partei, die keine anderen Parteien rechts neben sich duldet. Ich jedenfalls bin so ziemlich jeden Tag froh, dass ich nicht in Bayern wohne.

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Kiki Comicmund FilterMmmmmm…



…ich hab jetzt Lust auf Brokkoli.

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Wegen einem sonem Spassel

Mittwoch, 12. Januar 2011 11:57

Kiki Comicmund FilterManchmal habe ich ja clevere Gedanken. Die kommen völlig unverhofft und auf diese Art verabscheiden sie sich meist auch wieder. Dieser Blog ist eine tolle Art solcherlei Gehirnperlen mal fest zu halten. Zugegeben, die Erkenntnis aus der ich vorhabe hier eine Rubrik zu machen ist jetzt nicht wirklich neu. Aber die Idee daraus ein immer wiederkehrendes Thema zu machen vermutlich schon. Mit diesen warmen Worten heiße ich euch willkommen im neuen Jahr und in der Rubrik “Wegen einem sonem Spassel”.

Während einer virtuellen Unterhaltung mit dem Affenkopp kam mir mal wieder in den Sinn, dass an Umständen unter denen viele zu leiden haben (Mitarbeiter, Bürger, Bakterienkulturen in einer Petri-Schale) oft genau eine Person “Schuld” ist. Nehmen wir als erstes Beispiel mal aus tagesaktuellen Gründen die FDP: Wie viele Mitglieder müssen sich da gerade denken “Super…wegen einem sonem Spassel.”? Die meisten vermutlich. In Zukunft möchte ich hier zu Situationen auf die das Prädikat “Wegen einem sonem Spassel” zutrifft, folgendes ausführen:

Wer hat zu leiden?guido

Was unser Beispiel betrifft, alle Mitglieder und Anhänger der FDP. Zu Recht natürlich, aber dass nicht deren Politik sondern so ziemlich nur eine Person dran Schuld ist, finde ich wiederum ungerecht.

Wer is Schuld?
Se one and only Guido. Das haben sie zwar längst schon selbst erkannt, doch noch fehlt ihnen ein wirksames Gegenmittel.

Was kann man machen?
Relativ einfach: Man muss dem Guido eigentlich nur was anderes zum Spielen geben. Ich unterstelle unserem Außenminister jetzt mal per 10-sekündiger Ferndiagnose ein recht infantiles Wesen. Bei der Kindererziehung hat sich Ablenkung längst bewährt, ich schätze die Erfolgschancen bei der Behandlung von Politikern als ähnlich hoch ein. Mein Vorschlag: Gebt dem Guido eine eigene Sendeanstalt. Hier kann er zum einen sein ausgeprägtes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit stillen, indem er sich selbst zum Programmdirektor und sowohl Moderatoren als auch Gast jeder Sendung macht. Außerdem ist es ihm damit möglich, den in seinen Augen “manchmal unbequemen, aber unbestritten richtigen Weg” weiter zu propagieren. Und ich glaube das reicht ihm im Großen und Ganzen auch schon. Spenden kann er endlich völlig legal einfahren und Werbeeinnahmen kommen sogar noch oben drauf. Je länger ich darüber nachdenke, desto eindringlicher frage ich mich wieso er da selbst noch nicht drauf gekommen ist.

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GD_Tim Hurra, neues Jahr – neue Rubrik. Gefällt mir gut, auch wenn ich was die Schuld Guidos am Niedergang der FDP angeht, anderer Meinung bin als das andere halbe Doppel. Dass die FDP derzeit ein schlechtes Bild abgibt liegt nicht nur am Guido allein. Sind wir mal ehrlich: Seit der mit seinen Wirtschaftsfreunden auf Shopping-, und Sightseeingtour um die Welt düst, kriegt man von dem hierzulande doch eh kaum noch was mit.

Klar, der erste Reflex, wenn man sich den steilen Sinkflug der Liberalen anschaut, ist es, demjenigen die Schuld zu geben, der es als wohl einziger Außenminister überhaupt geschafft hat, in dieser Position in der Gunst der Deutschen zu sinken (er rangiert gerade irgendwo zwischen Wurzelbehandlung und GEZ-Vertreter). Ich persönlich glaube allerdings, dass die Gründe für den akuten Wählerschwund eher bei den FDP-Wählern selbst zu suchen sind. Mindestens die Hälfte von denen hat nämlich plötzlich erschrocken festgestellt, dass Sie gar kein Hotel besitzen. Und die andere Hälfte holt man mit dem ewigen “Mehr Netto vom Brutto” auch nicht mehr hinterm Ofen vor: die haben nämlich so viel Kohle, dass Sie jetzt schon nicht wissen wohin damit.

Nein, nein: dem Guido das alles in die Schuld zu schieben ist mir zu einfach. Klar, als Aushängeschild ist er kein leichtes Los für FDP-Mitglieder und Wähler. Andererseits haben Menschen die nach dem Motto “Wenn ich mehr leiste, muss ich mehr kriegen – aber wenn ich was verbocke, dann haben das alle gemeinsam auszubaden” leben auch nix anderes verdient. Aber spätestens nach der nächsten Bundestagswahl hat sich das Thema sowieso erledigt und ich kann diesen Blogartikel hier höchstens noch irgendwann mal dazu nutzen, meinen Enkelkindern zu erklären, was die FDP war.

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Keks-Nerds unter sich

Sonntag, 19. Dezember 2010 16:55

Kiki Comicmund FilterWer hätte gedacht, dass sich eine simple Verabredung zum Keksbacken, zu einem regelrechten Wettbewerb entwickeln würde. Entstanden sind dabei, so muss man sie wirklich nennen, wahre Kunstwerke – trotz Verzierkügelchen die winzigklein und scheiße sind. Von wahnsinnig schönen, mit Liebe dekorierten Mädchenkeksen, über gesellschaftskritische Filmfiguren bis hin zu absolut geschmacklosen Perversitäten ist alles mit dabei. Und darum geht es doch beim adventlichen Keksbacken.

Damit alle die nicht dabei waren eine Chance bekommen, dennoch ein wenig Anteil an unserem Werk zu haben, gibt es heute das erste Gewinnspiel beim Gemischten Doppel: Wählt aus den unten abgebildeten bunten Freunden euren Liebling! In einem ausgesprochen zufälligen Verfahren ermitteln wir dann einen Sieger, der seinen Lieblings-Keks zugeschickt bekommt! Wat sachter dazu? Legt los!

Update: Nur heute, nur für die ersten Stimmabgeber: leckere Vanillebrote obendrauf!

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Dschangel-Fiewer!

Montag, 11. Oktober 2010 13:17

GD_Tim Mann oh Mann, war das heute morgen kalt  als ich das Haus verlassen habe. Mir scheint, der Winter schleicht sich so langsam an uns ran, und ich sehe mich in Gedanken schon bibbernd am Bahnsteig stehen und auf die Bahn warten (die natürlich im Winter jeden 2. Tag ausfällt oder Verspätung hat), während mir Schneewehen um die Ohren blasen.

Es gibt allerdings auch Menschen, die werden es in der kalten Jahreszeit noch schlimmer haben als ich: das RTL-Dschungelcamp geht nämlich im Januar wieder an den Start! Meine mitfühlenden Gedanken gehen schon jetzt an all jene, die sich diese Rotze dieses qualitativ hochwertige Format allabendlich antun im TV anschauen.

Nach der Pause in 2010 haben abgehalfterte “Stars” und Deutschlands C-Promis wieder die Chance, der deutschen Öffentlichkeit durch sinnfreie Dialoge, unwitzige Spielchen und gänzlich uninteressante Mutproben zu zeigen, warum diese sie  ansonsten völlig zu Recht ignoriert.

Natürlich schießen jetzt wieder Spekulationen ins Kraut und die ganze Welt, ganz Deutschland, die BILD Zeitung fragt sich ganz gespannt, wer denn dieses Jahr den Weg in die grüne Hölle geht. Neben Schlagerbarde Michael Wendler und Indira von BRO´SIS, die angeblich schon zugesagt haben, hätte ich auch ein paar Vorschläge, abseits der üblichen Verdächtigen wie Jürgen Drews, “beliebiger ehemaliger DSDS-Kanditat” und Oli P.:

Gudio Westerwelle

Unser amtierender Außenminister erfüllt alle Vorraussetzungen um in den Dschungel zu ziehen: Bekannt geworden, indem er – gefragt oder ungefragt- zu allem seine Meinung in irgendeine Kamera krakeelt hat, ist es in letzter Zeit doch eher still um ihn geworden. Da kommt die RTL-Parodie einer Fernsehsendung doch gerade Recht um die, sich im Sinkflug befindenden Umfragewerte ein bisschen zu puschen. Wenn man ihm erlaubt, das als Dienstreise zu deklarieren und zwei, drei Wirtschaftsbuddies mitzubringen, dann würde der feine Herr da bestimmt mitmachen. Nur die Publikumsabstimmungen könnten heikel werden, ich weiß nämlich nicht, wie weit man mit knapp 5% im Dschungel kommt.

David Hasselhoff

Ok, ist vielleicht nicht der kreativste Vorschlag, aber dennoch appelliere ich an RTL, dem Held meiner Kindheit eine Chance zu geben. Spätestens seit ich diesen Werbespot gesehen habe, weiß ich, wie schlimm es wirklich um den einstigen Weltstar Bademeister bestellt ist. Und mit genügend Alkohol zu seiner freien Verfügung könnte The Hoff tatsächlich für einen gewissen Unterhaltungsfaktor sorgen.

Peter Zwegat

Deutschlands berühmtester Schuldnerberater gehört definitiv in den Dschungel, wenn man bedenkt, dass finanzielle Not bei wahrscheinlich allen Insassen der Show unter den Top 3 Gründen für eine Teilnahme rangiert (neben “Ich muss meine Fresse einfach in jede Kamera halten” und “Ich kann einfach nicht nein sagen”). Mit ein bisschen Nachhilfe vom Peter reicht das bei RTL verdiente Geld dann vielleicht ein paar Tage länger für Nutten und Koks.

Der schwarze “Zensiert”-Balken

Mehr als alle anderen gehört der schwarze “Zensiert”-Balken ins Dschungelcamp! 1. Hab ich den schon lange nicht mehr gesehen (nicht, dass die Frau von der Leyen den verbummelt hat…) und 2. macht er den Anblick von so manchem “Promi” nach 2 Wochen ohne Mr. Seife und den Gebrüder “Sanitäre Anlagen” doch um einiges erträglicher. Ich plädiere übrigens für den großen Balken im 16:9 Format.

Meinen Nachbarn

Hach, das wäre schön! Mal 2 Wochen Ruhe, ohne das ewige Gepolter und den Krach…

Sollte übrigens einer meiner Vorschläge tatsächlich Beachtung finden, dann würde ich mir unter Umständen sogar überlegen, ob ich mir nicht eventuell und ganz vielleicht mal eine Folge anschaue. Falls nicht halte ich es wie jedes Jahr mit dem Motto der Sendung:

Euch kennt keine Sau – Ich schalt jetzt aus!

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Kiki Comicmund FilterTja, jetzt kann ich aber mal mit Fug und Recht behaupten: GUT DASS IHR MICH HABT! Denn ich brauche mich nicht mit Spekulationen oder Wunschvorstellungen herum zu schlagen, ich habe exklusives Bildmaterial vorliegen:

Dschungelcamp

Na, wer entdeckt, bzw. erKENNT sie alle?

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“Schaffe, schaffe, Kacke baue…”

Freitag, 1. Oktober 2010 21:49

GD_Tim Mein Freund der Baum ist tot! Was ich damit sagen will: in Stuttgart sind in dieser Nacht die ersten Bäume aus dem Weg geräumt worden, um den Bau des neuen Bahnhofs endlich anzufangen. Trotz massiver Proteste gehts jetzt also los mit “Stuttgart 21″. Ich spare mir an dieser Stelle meine Meinung zu einem Projekt, das Schätzungen zu Folge um die 10 Milliarden Euro verschlingen wird (während wir natürlich in diesem Land kein Geld für Schulen, Kindertagesstätten etc. haben), sondern möchte kurz den Blick auf etwas werfen, das mir wirklich, wirklich Angst macht: den Umgang mit den Demonstranten in Stuttgart.

Beim Lesen diverser Artikel zum Thema (unter anderem diesem SpOn-Artikel) ist mir wirklich ganz anders geworden. Da werden Pfefferspray und Wasserwerfer gegen Kinder und Rentner eingesetzt, die auf angemeldeten Demonstrationen rumlaufen? Da wird Jugendlichen ohne Rücksicht auf Verluste ins Gesicht geschlagen? Und dann erdreistet man sich auf Seiten der Politik auch noch dazu Dinge wie

“Wenn sich Mütter mit den Kindern der Polizei in den Weg stellen, dann müssen sie eben auch mit körperlicher Gewalt weggebracht werden.” (Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech)

oder

“Ich finde es unverantwortlich von Müttern und Vätern, dass sie ihre Kinder nicht nur mitnehmen, sondern auch in die erste Reihe stellen. [...] Da geht die Saat, die die Grünen mitgelegt haben, jetzt auf.” (Peter Hauk, Chef der CDU-Landtagsfraktion)

zu protokoll zu geben! Ich werde ganz furchtbar wütend, wenn ich sowas mitkriege. Da lamentiert man allen Ortes über die Politikverdrossenheit der Bevölkerung und wenn sich dann Leute mal aufmachen und Ihre Meinung im Rahmen angekündigter Demonstrationen kundtun, dann werden die mit Schlägen, Tritten, Wasserwerfen und Pfefferspray solange bearbeitet, bis die sich schweigend wieder nach Hause verziehen? Und natürlich schiebt man dann den Demonstranten den schwarzen Peter zu, schließlich haben die angefangen mit Kastanien nach Polizisten zu schmeißen (ich habe aus anonymer Quelle gehört, ein Demonstrant hat sogar sein Ballonpudel auf die Polizisten gehetzt). Das ist unfassbar.

Da geht es fast schon ein bisschen unter, dass die ganzen Proteste scheinbar auch nix bringen. Es wird jetzt fröhlich gebaut, ist ja schließlich auch piepegal, ob der Bevölkerung das schmeckt. Der Bahnhof ist ja nicht für die Menschen, sondern für die Deutsche Bahn gedacht, damit die sich nach der Fertigstellung schön einen runterholen können daran erfreuen können!

Ich hoffe nur, dass diese ganze Geschichte noch mehr Demonstranten in Stuttgart (und gerne auch anderorts) auf den Plan ruft, die deutlich machen, dass wir uns sowas nicht gefallen lassen (dürfen!)

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Kiki Comicmund FilterDie Geschehnisse in Stuttgart lassen in meinem Kopf ja eine Reihe von Fragen und Gedanken aufploppen. Da sind beispielsweise Aussagen von Augenzeugen (wohlgemerkt kein linksautonomer Krawallo aus Kawallo, sondern ein bürgerlich wirkender Renter) die berichten, wie die Polizei die Demonstranten regelrecht provoziert hat, damit von deren Seite ENDLICH mal Steine fliegen. Und wenn die aber partout nicht zu fliegen beginnen?

Genau, dann holt man trotzdem die Wasserwerfer raus und sprüht mit Reizgas rum. Immerhin kann das Landesinnenmisterium später ja behaupten Teilnehmer einer Schülerdemonstration hätten Pflastersteine geschmissen.

Diese Meldung hat man ja mittlerweile zurück nehmen müssen, weil sich das leider nicht bestätigt hat. Ein gut ausgebildeter Journalist lernt glaub ich zuallererst, dass er ne Meldung ordentlich zu überprüfen hat, bevor er sie raus posaunt – aber im Landesinnenministerium muss man sich über sowas keine Gedanken machen. Für den Fall dass sich eine Aussage nicht bestätigt, nimmt man die einfach zurück.

Polizei und Regierung rechtfertigen die Gewalt unter anderem damit, dass Schüler auf einen Wasserwerfer geklettert sind. Das versteht man also unter einer erschreckend aggressiven Haltung der Demonstranten? Und man hat als Polizist ernsthaft keine andere Wahl als dann so hart durchzugreifen?

Weiterhin frage ich mich dann, ob nicht auch an Blogberichten aus der linken Szene, in denen häufig berichtet wird eskaliert seien Proteste häufig nur, weil die Polizei härter durchgegriffen habe als nötig gewesen wäre, ein Fünkchen Wahrheit steckt.

Wie viele von den an den “bürgerlichen” Protesten in Stuttgart Beteiligten, haben bisher auf Grund der Berichterstattung über eskalierte Proteste die Schuld den Demonstranten gegeben  – und wie sieht deren Haltung dazu jetzt wohl aus?

Wie viele linksautonome, tatsächlich von vornherein gewaltbereite, Demonstranten ruft die aktuelle Entwicklung in Stuttgart auf den Plan?

Welche Mitbestimmungsformen, bzw. Protestformen bleiben mir in unserer Demokratie noch? Über Wahlen und die Mitgliedschaft in einer Partei hinaus?

Die Antworten die mein gesunder Menschenverstand mir gibt, machen mir leider keine gute Laune.

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